Historie

Geschichtlicher Rückblick
Der Verein wurde 1971 als Modellversuch gestartet. Damals hat wohl niemand geahnt, wie die konkrete Arbeit nach weit über 50 Jahren aussehen würde. Seinerzeit war die Zielsetzung, ein entwicklungspolitisches Bewusstsein in der breiten Bevölkerung auszubilden.
Dieses sollte besonders über direkte Partnerschaften mit Menschen in sogenannten Entwicklungsländern erzielt werden. Noch heute bestehen in Lüdinghausen und umgebenden Gemeinden gut funktionierende Kontakte nach Sambia mit gegenseitigen Besuchen. Nach und nach wurden Kontakte zu vielen anderen Ländern und Einrichtungen aufgebaut: Tansania, Guatemala, um nur einige Beispiele zu nennen.

Neben diesem konkreten Engagement bemühte sich der Verein, mit unterschiedlichsten Veranstaltungen auf entwicklungspolitische Probleme und Zusammenhänge aufmerksam zu machen. Bald stellte sich die Frage, wie der Verein mit der „Dritten Welt vor Ort“, z.B. Asylsuchenden umgeht. Der Weg zu der Integrationsarbeit, wie sie geleistet wurde, war eingeschlagen. Die Thematik der Flüchtlinge und Asylsuchenden nahm einen breiten Raum ein. Aufgrund des enormen Hilfsbedarfs hatte sich in 2015 in Koordination mit der Stadt Lüdinghausen und mit verschiedenen Gruppen und sozialen Einrichtungen ein großer Arbeitskreis mit rd. 80 engagierten Bürgern gebildet, nämlich dem AK Asyl. Die zu bewältigenden Aufgaben wurden auf der organisatorischen Plattform der GuF mit getragen, sie führten jedoch zu einer eigenen straffen Organisation mit sich überschneidenden Aufgabenbereichen. Das war auch der Grund, dass der AK Asyl eine eigene Website mit enger Verknüpfung zur GuF erhalten hatte.

Hohe Anerkennung:

1975 erhielt der Verein von der FDP nahen Theodor-Heuss-Stiftung die Theodor-Heuss-Medaille zugesprochen.


Im Begleittext heißt es u.a.:

„Der Modellversuch, der 1970 von dem jungen Theologen und Juristen Peter Steenpaß initiiert wurde, geht von der Einsicht aus, daß kirchliche und politische Entwicklungshilfe langfristig nur dann gelingen kann, wenn die Problematik der Entwicklungsländer Zugang zum Verständnishorizont aller Schichten der Bevölkerung findet.“

„Für dieses Beispiel einer demokratischen Initiative und des Einsatzes für das Allgemeinwohl im weitesten Sinne soll der Modellversuch ‚Gerechtigkeit-Friede‘ und sein Initiator stellvertretend für andere ähnliche Bemühungen öffentlich ausgezeichnet und zur Weiterarbeit ermutigt werden.“


Urkunde der Theodor-Heuss-Medaille

Hilfestellungen für Asylsuchende aus Lüdinghausen und Umgebung wurden z.B. im „Café international“ sowie
im „Dienstags-Café international“ gegeben. Dort erfuhr man viel über die spezifischen kulturellen Eigenheiten aber auch die Sorgen und Freuden der Anwesenden. Es wurden Pläne für weitere gemeinsame integrationsfördernde Aktivitäten geschmiedet, nach Wegen und Möglichkeiten gesucht, wie eventuelle Probleme angegangen werden können.

Mittlerweile ist der Betreuungsbedarf zurückgegangen. Im September 2019 wurde ein organisatorischer Wechsel vollzogen. Die Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden e.V. hat den administrativen, hauptamtlichen Teil der Aufgaben an die Stadt Lüdinghausen abgegeben und nimmt nunmehr ausschließlich den ehrenamtlichen Teil im AK Asyl wahr.

Der organisatorische Wechsel wurde auch durch eine geänderte Nutzung des Bürogebäudes an der Mühlenstraße 70 nach Außen sichtbar. Das Gebäude ist heute das Integrations- bzw. Migrationsbüro der Stadt Lüdinghausen. Die von der Stadt angestellten Mitarbeiter sind nunmehr Angestellte der Stadt und nicht mehr der GuF.

Als in 2013 die Frage auftauchte, in welcher Form es gelingen kann, nachhaltige Integrationsarbeit in Lüdinghausen zu verstärken, und als Antwort das Hinarbeiten unterschiedlichster Gruppierungen auf ein gemeinsames Fest – LH Global – gefunden wurde, fanden die Aktivitäten verstärkten Zuspruch. Kindergärten, Schulen, Vereine, aber auch zahlreiche Einzelpersonen brachten sich mit viel Einsatz ein.

Ein weiteres Arbeitsfeld der GuF wird vom AK FAIR HANDELN betreut. Hier werden fair gehandelte Produkte angeboten, auch mit dem Ziel, auf diesem Weg Bewusstsein zu schaffen für ungerechte Strukturen auf dieser Welt. Die Erlöse fließen in Projekte, die helfen sollen, diesem ein wenig entgegen zu wirken. In 2018 wurde begonnen, die schottische Charity-Organisation Mary’s Meals zu unterstützen. Patenschaften mit Schulen in Malawi und Kenia wurden hergestellt.

Vorgänger für den AK FAIR HANDELN war die Einrichtung des Eine-Welt-Ladens in der Steverstraße. Über 20 Jahre lang war er ein lebendiger Treffpunkt. Maria Richter prägte u.a. mit Ihrem Engagement den Laden. Von Anfang an gab es auch ein Team von ehrenamtliche Schülern, die dort nicht nur fair gehandelten Kaffee und Schokolade verkauften sondern auch den Nord Süd Konflikt diskutierten und auch das Motto „Global denken, Lokal Handeln“ ins Bewusstsein der Menschen nach Lüdinghausen brachten. Der Eine-Welt-Laden schloss seine Türen 2004, der AK Fair Handeln formierte sich, der Verkauf erfolgte zunächst [hier fehlt was].